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Gesetzlich geregelte Gesundheitsberufe

Psychotherapie

Was ist Psychotherapie?

Wofür ist Psychotherapie zuständig?
Behandlung psychischer Erkrankungen und tiefergehender seelischer Belastungen
Ist Psychotherapie gesetzlich geregelt?
Gesetzlich geregelter Gesundheitsberuf (Psychotherapiegesetz 2024, BGBl. I Nr. 49/2024; davor PthG 1990). Eintragung in die Berufsliste Psychotherapie des Gesundheitsministeriums.
Behandelt Psychotherapie Krankheiten?
Ja. Eigenverantwortliche Behandlung psychischer und psychosomatischer Erkrankungen mit Krankheitswert.

Psychotherapie ist die umfassende Behandlung von psychischen und psychosomatischen Erkrankungen sowie tiefer liegender seelischer Belastungen. Sie hat die breiteste therapeutische Zuständigkeit bei psychischen Erkrankungen und arbeitet über einen längeren Prozess an den Ursachen, nicht nur an den Symptomen.

In Österreich ist Psychotherapie ein gesetzlich geregelter Gesundheitsberuf. Wer eingetragen ist, hat eine lange, anerkannte Ausbildung absolviert und unterliegt der Verschwiegenheit. Eingetragene Psychotherapeut:innen findest du in der öffentlichen Liste des Gesundheitsministeriums.

Die vier großen Richtungen

Es gibt nicht „die eine“ Psychotherapie, sondern mehrere anerkannte Methoden. Welche zu dir passt, hängt mehr von dir und der Beziehung zur Therapeut:in ab als vom Namen der Methode. Für die meisten Anliegen sind mehrere Methoden wirksam.

  • Tiefenpsychologisch-psychodynamisch: schaut auf unbewusste Muster und prägende Erfahrungen, etwa Psychoanalyse, Individualpsychologie und Katathym Imaginative Psychotherapie (Arbeit mit inneren Bildern).
  • Verhaltenstherapeutisch: setzt am konkreten Verhalten, an Gedanken und am Hier und Jetzt an. Gut erforscht und oft erste Wahl bei Ängsten, Zwängen und Depression.
  • Humanistisch: stellt Erleben, Selbstentwicklung und Beziehung in den Mittelpunkt, etwa Personzentrierte Psychotherapie, Gestalttherapie, Existenzanalyse und Logotherapie sowie Psychodrama (Rollenspiel, szenische Darstellung).
  • Systemisch: betrachtet dich im Zusammenhang von Beziehungen, Familie und Lebenswelt; arbeitet mit Einzelnen, Paaren und Familien.

Daneben gibt es bewährte Techniken, die innerhalb einer Therapie eingesetzt werden, etwa EMDR zur Verarbeitung von Trauma (geführte Augenbewegungen) oder achtsamkeits- und körperorientierte Ansätze.

Spezialisierungen und Zusatzqualifikationen

Viele Psychotherapeut:innen vertiefen sich zusätzlich in bestimmte Themen oder Altersgruppen. Häufig sind etwa:

  • Traumatherapie: spezialisierte Verfahren zur Verarbeitung belastender oder traumatischer Erfahrungen, oft mit Methoden wie EMDR.
  • Säuglings-, Kinder- und Jugendpsychotherapie: Psychotherapie, die auf Alter und Entwicklung abgestimmt ist und das familiäre Umfeld einbezieht.

Solche Spezialisierungen bauen auf der eingetragenen Psychotherapie-Ausbildung auf. Wenn dein Anliegen in eine dieser Richtungen geht, kannst du gezielt danach fragen.

Du musst dich nicht vorab festlegen

Im Erstgespräch klärt ihr gemeinsam, was zu deinem Anliegen passt. Wichtiger als die Methode ist, dass du dich verstanden fühlst und Vertrauen entsteht.

Was erlaubt ist

  • Psychische und psychosomatische Störungen mit Krankheitswert eigenverantwortlich behandeln
  • Eine krankheitswertige Störung im Rahmen der psychotherapeutischen Diagnostik feststellen
  • Mit allen Altersgruppen arbeiten, einzeln, mit Paaren, Familien und Gruppen
  • Über längere Zeiträume an tiefer liegenden Themen arbeiten

Wo sind die Grenzen?

  • Keine Medikamente verordnen, das ist Ärzt:innen vorbehalten
  • Keine körperlichen Erkrankungen behandeln
  • Keine Krankschreibungen oder Gutachten für Behörden
  • Bei akuter Eigen- oder Fremdgefährdung an Psychiatrie oder Krisendienst weiterleiten

Woran du Qualität erkennst

  • Eintragung in die Psychotherapeut:innen-Liste des Gesundheitsministeriums, öffentlich abfragbar
  • Klare Angaben zu Methode, Honorar und Verschwiegenheit
  • Gesetzliche Verschwiegenheitspflicht
  • Erstgespräch ohne Druck, keine Heilsversprechen
  • Benennt Grenzen und verweist an Ärzt:innen, wenn nötig

So läuft es ab

  1. ErstgesprächKennenlernen, Anliegen klären, prüfen ob es passt. Unverbindlich.
  2. Ärztliche Abklärungvor der 2. Sitzung körperliche Ursachen abklären lassen, wenn ein Zuschuss beantragt wird
  3. Behandlungregelmäßige Sitzungen, meist wöchentlich, rund 50 Minuten. Dauer richtet sich nach dem Anliegen.
  4. Abschlussgemeinsam, wenn die Ziele erreicht sind. Kein fixes Ende vorgegeben.

Kosten & Kasse

Kassenplatz (Vertragstherapie)kostenlos, Wartezeiten möglich
Wahltherapie, Honorar freica. 90 bis 150 € pro Einheit
Kostenzuschuss ÖGK33,70 € pro Einzelsitzung
Kostenzuschuss SVS50,00 €
Kostenzuschuss BVAEB50,20 €
Kostenzuschuss KFA Wien37,00 €
Voraussetzung Zuschussärztliche Bestätigung vor der 2. Sitzung, ab der 11. Einheit Bewilligung der Kasse

Typische Themen dieses Fachbereiches

Abgrenzung & Nein-Sagen ADHS Adoption & Pflegekinder Affäre & Untreue Akute Krise Altern & Lebensrückblick Angehörige psychisch Erkrankter Ängste Arbeitslosigkeit Autismus Behinderung & Inklusion Berufliche Krise Beziehungsprobleme Bipolare Störung Borderline Boreout Burnout Chronische Erkrankungen Chronische Schmerzen & Fibromyalgie Co-Abhängigkeit Coming-Out & sexuelle Orientierung Demenz & kognitive Beeinträchtigung Depression Diagnose & Abklärung Digitale Gewalt & Cybermobbing Diskriminierungserfahrungen Dissoziation Eifersucht & Vertrauensprobleme Einsamkeit Eltern-Kind-Konflikte Emotionsregulation Entscheidungsfindung Entwicklungsverzögerungen Erschöpfung & Müdigkeit Erziehungsfragen Essstörungen Familienkonflikte Flucht & Asyl Geschlechtsidentität & Transition Gewalt & Missbrauch Gewalt in der Familie Häusliche Gewalt Herausforderndes Verhalten bei Kindern Hochsensibilität Identitätsfragen Kinderwunsch & Kinderlosigkeit Körperbild & Körperakzeptanz Körperliche Beschwerden ohne Befund Krebserkrankung Lampenfieber & Auftrittsangst Lebensende & Sterben Lebenskrisen allgemein Liebeskummer ME/CFS Medienkonsum & Bildschirmzeit Midlife-Crisis Migration & Integration Mobbing Mobbing am Arbeitsplatz Mutterschaft Narzissmus Naturkatastrophen & Krisen Neurodivergenz Neurologische Erkrankungen Panikattacken Partnersuche & Bindungsangst Patchwork-Familie Pensionierung & Ruhestand Perfektionismus Persönlichkeitsstörungen PMS Prokrastination Prüfungsangst Psychische Belastung am Arbeitsplatz Psychosomatische Beschwerden Pubertät & Adoleszenz Rehabilitation & Wiedereingliederung Scham & Schuldgefühle Scheidungskinder Schizophrenie & Psychosen Schlafprobleme Schmerzbewältigung Schulprobleme & Schulangst Schwangerschaft & Geburt Schwere oder unheilbare Erkrankung Sekundärtraumatisierung Selbstfindung & Persönlichkeitsentwicklung Selbstverletzendes Verhalten Selbstwert & Selbstvertrauen Sexualität & Intimität Sinnkrise & Leere Soziale Isolation & Rückzug Stalking & Belästigung Stress & Überlastung Sucht & Abhängigkeit Suizidgedanken Tod, Trauer & Verlust Toxische Beziehungen Trauernde Kinder & Jugendliche Trauma & PTBS Trennung & Scheidung Wechseljahre Wochenbettdepression Wut & Aggression Zwänge
Stand 07/2026 · Quellen und Prüfung

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